“Aufregend, ja. Aber auch normal und irgendwie alltäglich. Zumindest für Erwachsene”, zitiert die IWB Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, Verantwortlicher für die digitale Strategie bei der Agentur Achtung. Vielleicht ist gerade das einer der Gründe, warum es im Bereich Social Media so schnell geht, zu einem Experten zu werden?
Eine wirklich Definition gibt es nämlich scheinbar nicht, wenn es darum geht den Expertenstatus zu beschreiben. Daniela Winderl von der IWB hat sich dazu mal drei Blogs von Agentur-Profis angeschaut. Nico Lumma von Scholz & Friends, Christian Bölling (Häberlein & Mauerer) und Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach sind sich soweit einig, dass es nicht darauf ankommt, möglichst auf diversen Kongressen präsent zu sein. Viel wichtiger sind Erfahrungen und Referenzen.
Die moderne Bildbearbeitung ermöglicht auch im Web 2.0 zahlreiche Mit-mach-Möglichkeiten. Auf der Webseite PhotoFunia können Nutzer zwischen verschiedenen Motiven, beispielsweise Filmszenen oder Groß-Plakaten in Städten, wählen und dort das Bild ihrer Wahl mit einfachen Klicks einbauen.
Thilo Baum ist nun auf ein Programm gestoßen, wo man sein eigenes persönliches Bild in einen ganzen Film einbauen lassen kann. Der Film selber ist ein Kurzfilm aus Schweden, der jedem die Möglichkeit gibt, sich als Held der Rundfunkgebühren feiern zu lassen.
Fotos und Filme bieten damit eine wunderbare Möglichkeit, Nutzer einer Community einzubinden, sie zu Fans zu machen oder einen Mit-mach-Effekt auszulösen, ohne umfangreiche Webseiten programmieren oder auf die eher allgemeineren Tools wie Quiz, Forum oder Bewertungsfunktionen setzen zu müssen. In der Regel dürften Flash-Programmiere oder Grafiker auch individuelle Bilder und Filme für einzelne Kampagnen entwerfen können. Die Idee selber ist relativ simple, hat aber dafür mit den richtigen Bildern und Filmen die Chance einer kleinen viralen Kampagne einen guten Start zu geben.
Das Video ist zwar schon etwas älter, meiner Meinung nach aber immer noch eines der Besten, wenn es um die Darstellung von Social Media in Zahlen geht. Leider liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf den USA. Trotzdem verdeutlicht das Video sehr gut, wie sich das “neue Internet” entwickelt, beispielsweise wie lange es im Vergleich zu Radio und TV gedauert hat, 50 Millionen Nutzer zu erreichen.
Private TV-Sender und öffentlich-rechtliche Sender streiten sich immer noch darüber, wie viel Internet bei ARD und ZDF denn erlaubt sei. Sogar mit einer Klage in Brüssel drohen Vertreter des Privatfernsehns:
Aktuell läuft die Diskussion um Bezahlinhalte, weil das kostenlose Weggeben von Inhalten im Internet nur über Werbung nicht mehr finanzierbar scheint. Wie, fragen sich nicht wenige, soll es funktionieren, qualitativ hochwertige Inhalte online zu verkaufen, wenn ARD und ZDF ihre Informationen ihrem Grundversorgungsauftrag folgend im Web weiter verschenken?
Ich als normale Zuschauerin (mit einer leichten Tendenz zum Fernseh-Junkie) erwarte allerdings, dass mit meinen GEZ-Gebühren auch die Medien genutzt werden können, wie ich es mir wünsche. Wenn ich schon Gebühr auf PCs zahlen soll, möchte ich darüber wenigstens auch etwas nutzen.
Sicher ist es für die privaten Sender sehr schwer, Angebot zu schaffen, die mit den kostenlosen der Öffentlich-Rechtlichen mithalten können. Andererseits weiß ich nicht, welches Angebot mich reizen sollte, wenn das Programm des Senders mich nicht mal vor den Fernseher lockt.
Schlussendlich müssen die Manager und Entscheider den richtigen Weg für ihr Unternehmen suchen – sei es durch neue Ideen oder eine Klage. Allerdings glaube ich nicht, dass die Tagesschau App nun zu einer Revolution in der bekannten Medienlanschaft führt.